Informationen zum Thema Darmkrebs
  • Schriftgröße 1
  • Schriftgröße 2
  • Schriftgröße 3
Kontraststarke Version anzeigen
Fragen und Kontakt

Häufige Fragen

Welchen Untersuchungen muss ich mich unterziehen?

Zur Krebsvorsorge ist die komplette Dickdarmspiegelung (Koloskopie) am aussagekräftigsten. Sie ist ab 50. Lebensjahr 1 x alle 10 Jahre empfohlen und wird von den Krankenkassen gezahlt. Während der Untersuchung können Gewebeproben für die feingewebliche (histologische) Beurteilung gewonnen und Krebsvorstufen wie Adenome abgetragen werden. Bei erblicher Belastung/ anderen Risikofaktoren kann eine frühere oder häufigere Untersuchung sinnvoll sein.

Ist ein Dickdarmkrebs festgestellt oder besteht der hochgradige Verdacht sind zur Operationsplanung folgende Untersuchungen erforderlich:

  • komplette Koloskopie 
  • bei Enddarmkrebs (Rektum): Enddarmspiegelung und –ultraschall (Rektoskopie und rektale Endosonografie)
  • Entnahme von Gewebsproben und mikroskopische Bewertung (Histologie)
  • Ultraschall des Bauches, Röntgen des Brustkorbes (Thorax), ggf. Computertomografie oder Magnetresonanztomografie – diese Untersuchungen dienen der Tumorausbreitungsdiagnostik, da Darmkrebsmetastasen bevorzugt in Leber und Lunge absiedeln
  • Bestimmung des Tumormarkers CEA, ein Tumorprotein, das im Krankheitsverlauf Hinweise auf das Wiederauftreten oder die Entwicklung von Metastasen geben kann

Welche Lebenserwartung habe ich bei einer Darmkrebserkrankung?

Die Lebenserwartung bei Darmkrebs ist wesentlich von der Erkennung der Krankheit in einem frühen Stadium abhängig. Liegt ein frühes Stadium des Darmkrebses vor, d.h. z.B. kleiner Tumor im Darm ohne Lymphknotenbesiedelungen und ohne Tochtergeschwülste (Metastasen), ist die Lebenserwartung (Prognose) am besten. Darmkrebs ist in diesem, aber auch in weiter fortgeschritteneren Stadien heilbar. Selbst bei Vorliegen von Metastasen macht eine Behandlung, oft in Kombination mit Chemotherapie, zur Verbesserung der Prognose Sinn.

Wie wird die Darmkrebserkrankung behandelt?

Ziel ist die komplette Entfernung des tumorbefallenen Darmabschnittes mit einem Sicherheitsabstand, der bis in das gesunde Gewebe reicht. Um ein Wiederauftreten des Krebses zu verhindern, wird der tumortragende Darmabschnitt zusammen mit den versorgenden Blutgefäßen und Lymphknotenbahnen entfernt. Die verbleibenden Darmenden werden durch Naht wieder aneinander gefügt. In Abhängigkeit von der Tumorlokalisation und –ausbreitung kann eine solche Operation ggf. auch im Schlüssellochverfahren (laparoskopisch) durchgeführt werden.

Auch bei fortgeschrittenem Tumorleiden kann eine Operation sinnvoll sein, um eine Passage der Nahrung im Körper zu ermöglichen oder Symptome zu verbessern.

Bei einem Mastdarmkrebs ist je nach Tumorausbreitung häufig vor der Operation eine Bestrahlung mit Chemotherapie (neoadjuvante Therapie) sinnvoll, um ein Wiederauftreten bestmöglich zu vermeiden.

Eine Tumorerkrankung des Dickdarmes liegt an einem bestimmten Ort im Darm vor, hat aber durch die Tumorzellverschleppung in Blut und Lymphe immer auch systemischen Charakter. Deshalb ist für die bestmögliche Therapie immer die Absprache mehrerer Fachkollegen in einer Tumorkonferenz wichtig. Hier wird entschieden, ob neben der lokalen Behandlung auch eine systemische Therapie (z.B. Chemotherapie) erfolgen sollte.

Muss ich mit einem künstlichen Darmausgang rechnen?

Mit einem künstlichen Darmausgang (Anus praeter) ist in der Regel nur zu rechnen, wenn ein tiefsitzender = nahe am Schließmuskel gelegener Enddarmkrebs (tiefes Rektumkarzinom) entfernt werden muss, oder wenn es sich um eine Notfallsituation mit Tumordurchbruch in die freie Bauchhöhle und  / oder Darmverschluß handelt. Nicht selten kann dieser Darmausgang nach einem entsprechenden Zeitintervall auch wieder zurückverlegt werden. Diese Frage ist jedoch nur individuell zu klären und bedarf daher immer eines Gesprächs mit dem behandelnden Chirurgen.

Welche Risiken oder Komplikationsmöglichkeiten bestehen bei der Operation?

Spezielle Risiken der Dickdarmoperation können sein:

  • Nichtheilen der Darmnaht mit Bauchfellentzündung 

  • Störung der Blasenentleerung, Stuhlkontinenz oder der Sexualfunktion nach komplexen Eingriffen am Enddarm

Allgemeine Risiken der Dickdarmoperation können sein:

  • vermehrte Blutung mit Fremdblutübertragung
  • Thrombose, Embolie (Gerinnselbildung in den Beinvenen mit Abschwemmung in die Lungenstrombahn) – deshalb Antithrombosestrümpfe und -spritzen
  • Wundinfektion, Wundheilungsstörung, Narbenbruch

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach der Operation schließt sich eine Behandlungsdauer von weiteren 5 bis 14 Tagen im Krankenhaus an. Im weiteren ist entscheidend, wie sich der Tumor in der feingeweblichen Untersuchung darstellt. Davon hängt ab, ob eine Chemotherapie gleich im Anschluss zur Vorbeugung von Metastasen hilfreich und deshalb ratsam ist, oder ob zunächst eine Anschlussheilbehandlung = Kur angestrebt werden sollte. Dies alles wird mit Ihnen noch während des Krankenhausaufenthaltes besprochen. Ist keine Chemotherapie angeraten, sollten Sie auf jeden Fall in eine strukturierte Nachsorge mit regelmäßigen Untersuchungen (Ultraschall, Darmspiegelung, Röntgen, Blutuntersuchung) entsprechend der Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft eingebunden werden und diese zu Ihrem eigenen Vorteil (Früherkennung von Metastasen, die dann auch gut behandelt werden können) wahrnehmen.